29.11.2017 VAZ: Schutz für Verdener Dünen und Vögel


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LANDKREIS – Eigentlich waren die Mitglieder des Ausschus­ses für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft zu ihrer Haushaltssitzung in den Verdener Kreistagssaal gekom­men. Aber mit dem Zahlen­werk machten sie nicht viel Federlesens und gaben ihre Zustimmung. Das Geld stand nicht im Vordergrund, son­dern Naturschutzprojekte, die Verdener Dünen und die von der Jägerschaft geplante Verringerung der Raubtierpopulationen im Kreisgebiet.

Über den landschaftlichen Wert des neuen Schutzgebie­tes geriet Antje Mahnke-Ritoff fast ins Schwärmen. 88 Hektar soll das neue Schutz­gebiet in den Gemarkungen Verden und Scharnhorst um­fassen, berichtete die Fach­frau in der Unteren Natur­schutzbehörde. Nachdem der Entwurf ausgelegen hat und genug Gelegenheit zu Ein­wänden war, ist es jetzt so weit, dass der Kreistag die fer­tige Verordnung am 15. De­zember beschließen kann.
Das bereits bestehende Na­turschutzgebiet wird um ei­nen Teilabschnitt der Halse, den Schäferberg und die Tütheide vergrößert. Mahnke-Ritoff berichtete vom mäan­dernden Flussbett und wert­vollen Eichen-, Erlen- und Eschenbeständen, aber auch vom bedrohten Biotop auf den Dünen. Das Betreten müsse verboten bleiben, um es zu schützen. Dazu sei die Behörde verpflichtet. Den­noch bleibe das Erlebnis auf einem Weg möglich.

„Ich finde das in Ordnung“, stimmte Jürgen Baumgartner (Linke) den Plänen zu. Auch die beschränkte Nutzung sei angemessen. Bund-Vertreter Ewald Rohde meinte ebenso, dass die extreme Nutzung vermieden werden müsse, hatte aber Probleme damit, Spaziergänger von den Sandtrockenrasen und dem Dünensand mit seiner seltenen Insektenfauna fernzuhalten. „Wenn sich das Biotop erho­len soll, geht es nicht an­ders“, war Mahnke-Ritoff überzeugt. Auch wenn es schwierig werde, Spaziergän­gern zu vermitteln, dass alle paar Jahre mal Maschinen aufgelaufenen Kiefern und Traubenkirschen zu Leibe rü­cken müssen, sah die Fach­frau keine Alternative. Kolle­ge Thomas Arkenau ergänz­te, dass dies in keiner Stel­lungnahme bei der Öffent­lichkeitsbeteiligung eine Rol­le gespielt habe. Insgesamt waren sich die Vertreter der Politik einig, dass der Kreis­tag die Unterschutzstellung so verabschieden kann.

Das Vorhaben der Jäger­schaft erforderte keine Zu­stimmung. Ihr Vorsitzender, Jürgen Luttmann, konnte von einer gesicherten Finanzie­rung berichten. Der Nieder­sächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten‑ und Naturschutz (NLWKN) und die Bingo-Stiftung hätten Mittel für den Einsatz von Lebendfallen zugesagt. 75 die­ser Betonröhren sollen in der Wümmeniederung und 62 im Lehrdetal aufgestellt werden. Hintergrund sei die explosi­onsartige Vermehrung der Beutegreifer, erklärte Luttmann. Gemeint sei zum ei­nen der Fuchs, dessen Be­stand sich seit den 1980er-Jahren verdoppelt habe, und zum anderen eingewanderte Arten wie Marderhund, Waschbär und Nutria. Die Folge sei eine starke Abnah­me der Zahl von Wiesenvö­geln. Intensive Landwirt­schaft, so bestätigte der Jäger auf Nachfragen aus dem Aus­schuss, sei ebenfalls ein Fak­tor. Deren Auswirkungen be­kämpfe die Jägerschaft mit Maßnahmen wie Lerchenfenster und Blühstreifen. – kle

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