Landkreis – Im Frühjahr steigt das Unfallrisiko mit Wildtieren deutlich an. In den Monaten April und Mai passieren die meisten Kollisionen mit Rehen, teilte die Jägerschaft des Landkreises Verden mit. Die Zeitumstellung und längere Dämmerung führen zu einer gefährlichen Überschneidung der Tagespläne von Wildtieren und Autofahrern.
Kritisch ist vor allem die Morgendämmerung, wenn der Berufsverkehr wieder in die Dämmerungszeit fällt. Pflanzenfresser wie Reh- und Damhirsche sind nach den kargen Wintermonaten verstärkt auf Nahrungssuche. Bei Rehböcken spielen zudem die Hormone eine Rolle: Sie verteidigen ihr Revier und vertreiben jüngere Konkurrenten, die dann häufig auf Straßen flüchten, erklärt die Jägerschaft in ihrer Pressemitteilung.
Die Geschwindigkeit entscheidet über Leben und Tod. Bei Tempo 80 statt 100 verkürzt sich der Bremsweg bereits um 25 Meter. Bei einer Kollision mit einem 20 Kilogramm schweren Rehbock wirkt schon bei 50 km/h eine halbe Tonne auf das Fahrzeug ein. Bei Tempo 100 sind es bereits zwei Tonnen Aufprallgewicht.
Besondere Unfallschwerpunkte im Landkreis sind laut Polizeiinspektion Verden/Osterholz die B 215 zwischen Walle und dem Landkreis Rotenburg sowie zwischen Hönisch und Dörverden. Auch die Landesstraßen 160 und 159 zwischen Hohenaverbergen und Wittlohe sowie die K 9 zwischen Autobahnbrücke und Grasdorf gelten als kritische Strecken.
Autofahrer sollten in der Dämmerung die Geschwindigkeit reduzieren und besonders an Wald- und Feldrändern aufmerksam sein. Bei Tieren am Straßenrand heißt es: Abblenden, hupen, bremsen. „Kommt es trotz aller Vorsicht zu einem Wildunfall, gilt: Unfallstelle sichern und Polizei informieren“, rät Fenja Land von der Polizeiinspektion Verden/Osterholz.
Nach einem Wildunfall sollten Autofahrer Abstand zu verletztem Wild halten und es keinesfalls anfassen oder mitnehmen. Das gilt als Wilderei und ist strafbar. Die Polizei verständigt den zuständigen Jäger. Der Fahrer sollte sich zudem eine Bescheinigung über den Unfall für die Versicherung ausstellen lassen. Verendetes Wild darf nur mit Handschuhen und ohne Eigengefährdung von der Straße gezogen werden.