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Arten- und Naturschutzmaßnahmen der Jägerschaft Verden (Verdener Hegefonds)

“Die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten wird von denen am besten erhalten, die aktiv und nachhaltig einiges davon nutzen“. Diese Erkenntnis der Vereinten Nationen auf der Weltumweltkonferenz 1992 in Rio de Janeiro ist die Basis, auf der die Jägerschaft des Landkreises Verden e. V. ihre Natur- und Artenschutzaktivitäten aufbaut.

Der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen unseres Wildes und vieler weiterer Arten ist Grundlage des jägerischen Selbstverständnisses. Dafür setzen wir Jäger erhebliche finanzielle Mittel ein und sind bereit, Verantwortung im Bereich des Natur- und Artenschutzes zu über­nehmen. Die Veränderungen in der Landwirtschaft, wo nachwachsende Rohstoffe immer mehr an Bedeutung gewinnen und Stilllegungsflächen wieder der intensiven Bewirtschaftung zugeführt werden, erschweren die Lebenssituation für bedrohte Tierarten oder Naturschutzmaßnahmen zunehmend. Geeignete Flurstücke stehen immer weniger zur Verfügung.

Aus diesem Grund hat die Jägerschaft des Landkreises Verden gemeinsam mit dem Fachdienst Naturschutz und Landschaftspflege des Landkreises im Jahr 2007 ein Programm zum Natur- und Artenschutz im Landkreis Verden entwickelt, den „Verdener Hegefonds“. Die beschlossenen Maßnahmen werden größtenteils in den landwirtschaftlichen Betriebsablauf integriert, von den Jägern initiiert und gemeinsam mit den Landwirten vor Ort in die Praxis umgesetzt.

Vorrangiges Ziel dieser Initiative ist die Vernetzung von Lebensräumen, um damit einen Biotopverbund herzustellen. Ein Ziel, das die Jägerschaft Verden seit vielen Jahren in kleinerem Rahmen durch das Pflanzen von Hecken und Sträuchern, insbesondere in der Feldflur, und durch die Anlage von Feuchtbiotopen vorantreibt. Im Rahmen des „Verdener Hegefonds“ wird dieser Arbeitspunkt weiter forciert.

Ein Schwerpunkt der Hegefondsaktivitäten sind die „Hegerischen Bewirtschaftungsmaßnahmen“ auf sonst intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen. Für den Erhalt und die Förderung der Ackerbegleitbiotope eignen sich unserer Meinung nach vor allem Maßnahmen, die in den landwirtschaftlichen Betriebsablauf integriert werden können und nicht zu einem dauerhaften Flächenverlust führen. Damit steigt nämlich die Akzeptanz bei Landwirten, uns bei der Durchführung dieser wichtigen Naturschutzmaßnahmen zu unterstützen.

Aber allein die Maßnahmen zur Biotopverbesserung reichen nicht aus, um bedrohte Arten zu erhalten, wenn nicht gleichzeitig die Einwirkungen der Beutegreifer auf Gelege, Küken und Jungtiere reduziert werden. Deshalb fördert der Hegefonds die Anlage von Kunstbauen und die Lockjagd auf Rabenkrähen. Seit dem Jahr 2017 haben wir die tierschutzkonforme Fallenjagd auf Raubsäuger intensiviert. Unter dem Programpunkt Bejagung von Beutegreifern haben wir ein Prädationsmanagementprojekt gestartet, das zum Ziel hat, den Prädationsdruck im gesamten Landkreis Verden merkbar abzusenken.

Abgerundet wird das Hegefondsprogramm durch die Förderung von Nisthilfen in heimischen Wäldern, Insekten und Wildbienen, Hegebüsche und Streuobstwiesen sowie Wildunfallverhütungsmaßnahmen.

Der „Verdener Hegefonds“ setzt sich aus vier Aktivitätsbereichen zusammen:

  1. Investitionen in Grunderwerb und biotopschaffenden Maßnahmen
  2. Durchführung von hegerischen Bewirtschaftungsmaßnahmen 
  3. Bejagung von Beutegreifern
  4. Durchführung von hegerischen Maßnahmen

Wir bedanken uns bei allen Förderern des “Verdener Hegefonds“ und freuen uns auf eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit.