01.04.2025 VAZ: „In der Not Angriffe von Wildschweinen“

Wälder und Wiesen entwickeln sich zur Tier-Kinderstube / „Am besten auf festen Wegen“

In der Natur hat die Brut- und Setzzeit begonnen. Rehuhnhenne und Küken verschmelzen zu einem Bild. © Jägerschaft

Verden/Achim – Der Frühling lockt jetzt viele Menschen in die Natur. Doch Vorsicht, von März bis Juli verwandeln sich Wälder, Felder und Wiesen in eine Kinderstube. Die Tiere benötigen in dieser Zeit möglichst viel Schutz und Ruhe.

Darauf weist die Kreisjägerschaft hin. Bereits jetzt gebe es den ersten Nachwuchs beim Wildschwein. Die Bache verstecke die Frischlinge oft geschützt im Schilf- oder Brombeerdickicht. Neugierige Hunde oder unbedarfte Spaziergänger seien eine mögliche Gefahr, im Zweifel greife die Bache beherzt an. Jägerschafts-Vorsitzender Jürgen Luttmann empfiehlt, beim Spaziergang auf ausgewiesenen Wegen zu bleiben und von dort die Natur zu beobachten. „Wissenschaftler bestätigen, dass Wildtiere Menschen dann nicht als Bedrohung wahrnehmen“, so Luttmann. Hunde sollten in der Brut- und Setzzeit vom 1. April bis zum 15. Juli grundsätzlich nur angeleint in der freien Natur geführt werden und auch jeder Katzenfreund sollte in dieser Zeit seinen Lieblingen keinen oder höchstens einen zwei- bis dreistündigen Freigang am Nachmittag geben.

„Wer auf den Wegen bleibt, vermeidet so am besten Stress in der Kinderstube Natur“, so Jürgen Luttmann. Er rät, vermeintlich einsame Jungtiere auf keinen Fall anzufassen oder mitzunehmen. Haftet menschlicher Geruch am Nachwuchs, wird er oftmals verstoßen. Ein gesundes Wildtier wird so durch Fehlverhalten zum Waisen. Die Feldhäsin beispielsweise lässt die gut getarnten Junghasen einzeln auf dem Feld oder in der Wiese zurück. Nur zum Säugen kommt die Mutter zurück. Küken von Bodenbrütern wie Rebhuhn oder Stockente verschmelzen durch ihr bräunlich gemustertes Gefieder förmlich mit der Umgebung. Bei Gefahr verharren sie regungslos. Das weibliche Reh, die Ricke, versteckt ihr perfekt getarntes Kitz vor Fressfeinden im hohen Gras. Sie beobachtet den Nachwuchs aus sicherer Entfernung und kommt nur zum Säugen vorbei.

Luttmann appelliert an alle Hundehalter: „Nehmen Sie Rücksicht, leinen Sie Ihren Hund an und bleiben Sie auf befestigten Wegen. So helfen Sie aktiv mit, unsere Wildtiere zu schützen.“