Erfahrungsbericht über die Jägerausbildung 2023/2024

Als wir uns entschieden, die Jägerausbildung zu beginnen, waren wir uns nicht ganz sicher, was uns erwarten würde. Wir hatten schon immer eine tiefe Verbundenheit zur Natur und Interesse an Wildtieren, aber die Entscheidung, tatsächlich Jäger zu werden, war ein großer Schritt. Nun, nach der abgeschlossenen Ausbildung, können wir sagen, dass es eine der herausforderndsten und zugleich erfüllendsten Erfahrungen unseres Lebens war.

Vorbereitung und Erwartungen

Bevor sich jeder anmeldete, verbrachte jeder von uns viel Zeit damit, sich über die Anforderungen und den Ablauf der Jägerausbildung zu informieren, „dem grünen Abitur“. Wir wussten, dass es nicht nur darum ging, das Schießen zu erlernen, sondern dass eine umfassende Kenntnis der Natur, der Wildbiologie, der Wildkrankheiten, das Jagdhundwesen, das Zerwirken und Verarbeiten von Wild als Nahrungsmittel und der Gesetzgebung erforderlich waren. Dennoch waren wir überrascht, wie umfangreich sowohl das theoretische Wissen als auch das praktische Wissen sein würden, das wir uns aneignen mussten.

Theoretische Ausbildung

Die Theorie war sehr intensiv. Wir lernten alles über die heimischen Wildarten, ihre Lebensräume, Verhaltensweisen und die verschiedenen Jagdmethoden. Besonders spannend fanden wir die Abschnitte über die Hege und Pflege des Wildbestandes sowie die Bedeutung des Naturschutzes in der Jagd. Es wurde schnell klar, dass ein Jäger weit mehr ist als nur jemand, der auf Tiere schießt – er ist ein wichtiger Teil des Ökosystems und trägt Verantwortung für den Erhalt der Natur, Flora und Fauna, von der Biene bis zum Wisent.
Auch die Waffenkunde war ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung. Wir mussten lernen, wie man verschiedene Jagdwaffen handhabt, pflegt und sicher aufbewahrt. Der Respekt vor den Waffen wurde uns immer wieder eingeschärft, und der sichere Umgang damit hat oberste Priorität.

Praktische Ausbildung

Der praktische Teil der Ausbildung war ebenfalls sehr fordernd, aber auch unglaublich bereichernd. Das Schießen auf dem Schießstand war anfangs eine Herausforderung. Es brauchte viel Übung, um nicht nur treffsicher zu werden, sondern auch in Stresssituationen die Ruhe zu bewahren und präzise zu bleiben. Hier zeigte sich, wie wichtig Konzentration und Kontrolle sind.

Die Prüfungen

Die Abschlussprüfungen waren der Höhepunkt der Ausbildung und bestanden aus einer Schießprüfung Kugel/ Schrot, einem schriftlichen und einem mündlich/ praktischen Teil. Die schriftliche Prüfung deckte alle theoretischen Kenntnisse ab, und wir waren froh, dass wir uns einzeln oder in Lerngruppen so intensiv darauf vorbereitet hatten. Der mündlich/ praktische Teil war herausfordernd, da man in der Lage sein musste, Fragen zur Wildbiologie, zum Waffenrecht, Waffenhandhabung, Jagdpraxis, etc. spontan und präzise zu beantworten. Hier mussten wir auch unter Aufsicht eines Prüfers zeigen, dass wir in der Lage waren, sicher mit den verschiedenen Schusswaffen umzugehen, Wild anzusprechen und uns im Revier korrekt zu verhalten.
Als wir schließlich unser Prüfungszeugnis in den Händen hielten, waren wir sehr erleichtert, stolz und fragten uns, was wir jetzt mit unserer freien Zeit anfangen sollten.

Fazit

Die Jägerausbildung war eine intensive und lehrreiche Zeit. Sie hat uns nicht nur ein tiefes Verständnis für die Jagd und die Natur vermittelt, sondern auch wichtige Werte wie Verantwortung, Respekt, Geduld, Freundschaft und Gruppenzusammenhalt. Heute betrachten wir die Jagd mit ganz anderen Augen und wissen, dass sie mehr ist als nur ein Hobby – sie ist eine Passion und eine Lebensweise, die viel Wissen, Disziplin und Hingabe erfordert. Jeder, der diesen Weg gehen möchte, sollte sich bewusst sein, dass es keine einfache Reise ist, aber die Belohnung am Ende ist es wert.
Nun ist es geschafft, jeder hat seinen Jagdschein in der Tasche, die ersten Gewehre wurden angeschafft und einige von uns haben erste Erfahrungen mit dem Erlernten gehabt und mussten feststellen, dass das Lernen jetzt erst richtig losgeht!

 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den ehrenamtlichen Prüfern, die ihre Freizeit für uns geopfert haben, damit wir unseren Jagdschein erhalten und die uns die Angst vor der Prüfung weitestgehend nehmen konnten. Gleichfalls sagen wir der Jägerschaft Verden mit ihrem Vorsitzenden Jürgen Luttmann und dem Kreisjägermeister Hilmer Kruse, danke.

Ganz besonders bedanken wir uns bei allen Ausbildern für ihre Geduld, ihre Kompetenz und das freundschaftliche Miteinander.

Dank sagen wir auch unserer Leiterin Frau Doris Mengel-Arens für ihr unermüdliches Engagement und ihre Ansprechbarkeit zu jeder Zeit.

 

Vielen Dank

Cornelia & Christian
Im Namen des Jungjägerlehgangs 2023/ 24