Führungswechsel bei Kreisjägerschaft

Jürgen Luttmann reicht Staffelstab an Antje Dahlweg / Schwarz folgt auf Kruse

Die neue Vorsitzende der Kreisjägerschaft Verden Antje Dahlweg. © Leeske

Landkreis – Auf dem Kreisjägertag gab es einen Führungswechsel bei der Kreisjägerschaft.
Nach 19 Jahren Vorsitz gab Jürgen Luttmann den Staffelstab an Antje Dahlweg, die von der Versammlung einstimmig gewählt wurde. Kreisjägermeister Hilmer Kruse beendet nach 31 Jahren sein Ehrenamt. Ihm folgt Stefan Schwarz. Als neuer Stellvertreter der Jägerschaft wurde außerdem Andreas Meyer und als stellvertretender Kreisjägermeister Holger Meier gewählt.
Zahlreiche Laudatoren dankten beiden Funktionsträgern Luttmann und Kruse für die sehr lange, von Erfolgen gesäumte Amtszeit. Dazu gehören die zu einer Großveranstaltung
entwickelten Waldjugendspiele, die Luttmann damals noch als stellvertretender Vorsitzender erstmals durch die Jägerschaft organisiert hat. Weiterhin sei der Verdener Hegefonds ein Erfolgsmodell für die Finanzierung von regionalem Naturschutz. „Jürgen Luttmann wusste immer, wo Geld für die Projekte in Fördertöpfen zu bekommen war, wo andere die Programme noch gar nicht kannten“, berichtete DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke. Weiterer Höhepunkt war der Gewinn des Deutschen Engagementpreises 2024.
Landrat Peter Bohlmann dankte Hilmer Kruse als dienstältestem Ehrenbeamten des Landkreises für die zuverlässige und stets korrekte Arbeit in dem komplexen Feld der Jagd. „Sehr erfolgreich vertraten beide die Interessen der Jäger gegenüber dem Landkreis, aber auch zum Allgemeinwohl“, sagte Bohlmann in Bezug auf beispielsweise den Naturschutz. Bohlmann machte dies an drei Eckpunkten fest, die er im aktuellen Kontext vortrug. Bei der Vogelgrippe seien die Jäger die Umsetzer gewesen, als es um das Einsammeln und Erlösen der toten oder sterbenden Kraniche an der Wümme gegangen sei. Ferner werde mit dem Hegefonds das Prädationsmanagement derzeit weiterentwickelt, was sich am Anstieg der erlegten invasiven Waschbären zeige. Beim Thema Wolf wies er auf die Jäger als unverzichtbare Partner hin und kündigte an, dass bis Ende März bei dem Problemwolf, der in der Gemeinde Kirchlinteln mehrfach Schafe gerissen hat, gehandelt werden soll. „Der genetische Nachweis ist noch notwendig“, so Bohlmann.
Er und Dammann-Tamke vertieften das Thema Wolf anhand des jüngsten Bundestagsbeschlusses, durch den der Wolf in das Jagdrecht aufgenommen wurde. 
Eine andere invasive Art thematisierte Bürgermeister Lutz Brockmann in seinem Grußwort. „Für die Stadt Verden an der Aller ist es wichtig, dass die Nutrias bekämpft werden“, sagte Brockmann. Er dankte zudem für die Entwicklung der Waldjugendspiele, die jährlich im Verdener Stadtwald stattfinden und in 20 Jahren 23.000 Teilnehmer hatten.
In seinem Jahresbericht blickte Luttmann auch auf seine 22-jährige Vorstandsarbeit für den Verband mit aktuell 1.000 Mitgliedern zurück. Die Entwicklung der Kitzrettung sei mit mittlerweile 21 Teams im Landkreis Verden angewandter Tierschutz. 2025 hätten insgesamt wieder 109.000 Euro für den Artenschutz und Biotopmaßnahmen über den Hegefonds finanziert werden können. Bezüglich der invasiven Arten wurde er deutlich: „Wir müssen aufpassen, wie der Waschbär sich entwickelt, sonst können wir uns das ganze Geld für den Biotop- und Artenschutz sparen.“
Zum Wolf äußerte er sich auch sehr deutlich: „Der Wolf trägt nicht zur Artenvielfalt bei. Der wolfsabweisende Grundschutz ist ein Irrweg.“ Denn so ein Grundschutz würde für Pferde und Rinder zusätzliche 2,2 Milliarden Euro in Niedersachsen kosten. Der Grundschutz sei viel zu teuer und zerschneide die Landschaft, was wieder negativ für den Artenschutz sei. „Der deichreichste Landkreis in Niedersachsen, der Landkreis Verden, braucht wolffreie Gebiete“, forderte Luttmann.
Nach der Wahl der neuen Vorsitzenden Antje Dahlweg durfte sie mit großer Freude gleich ihre erste Amtshandlung vollziehen: Sie ernannte Jürgen Luttmann zum Ehrenvorsitzenden
der Jägerschaft Verden.
„Jagd ist kein Hobby. Jagd ist Verantwortung für Wildtiere“, gab die neue Vorsitzende als ihr Credo den vielen anwesenden Mitgliedern am Ende des fünf Stunden dauernden Kreisjägertags mit auf den Heimweg.

LEE