Eissel, 22. März 2026 – Mit großem Engagement und tatkräftiger Unterstützung haben die Eissler Jagdpächter Christian Dawils, Janek Kamermann und Heiko Seekamp am 21. und 22. März eine bislang ungenutzte Fläche im Jagdrevier Eissel in ein wertvolles Biotop verwandelt.
Die rund 2.500 Quadratmeter große Fläche gehört Landwirt Werner Blohme – und blickt auf eine besondere Geschichte zurück: Vor über 100 Jahren stand hier eine der fünf Ziegelbrennereien, die einst das Ortsbild prägten.

Über Jahrzehnte blieb das Areal unbewirtschaftet, da zahlreiche alte Ziegel- und Steinreste im Boden lagen. Die Jagdpächter wandten sich an den Eigentümer der Fläche mit der Idee, die Fläche zu räumen und anschließend mit heimischen Sträuchern sowie alten Obstsorten neu zu bepflanzen. Ziel war es, einen wertvollen Lebensraum insbesondere für Rebhühner und Fasane zu schaffen. Werner Blohme zeigte sich sofort begeistert und unterstützte das Vorhaben von Beginn an.
Vorbereitung und Planung
Nachdem alte Bäume, Brombeersträucher und Bewuchs entfernt worden waren, wurde die Fläche zunächst mit einem Forstmulcher bearbeitet. Anschließend folgte eine fachkundige Beratung durch den Garten- und Landschaftsbauer Offer. Gemeinsam wurde überlegt, welche Pflanzenarten den größten ökologischen Nutzen bieten würden.
Neben heimischen Sträuchern und alten Obstsorten entschieden sich die Beteiligten auch für mehrere Linden – deren Blüten eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen darstellen.
Gemeinsame Pflanzaktion
Nach der Lieferung der Pflanzen begann die eigentliche Pflanzaktion. Zwischengelagert wurden die Pflanzen in einem angrenzenden Graben, damit die Wurzeln nicht austrocknen.

Unterstützt wurden die Jagdpächter von Begehungsscheininhaber Michael Huss. Die von ihm geführte Firma Huss konnte einen Erdbohrer bereitstellen, um die Pflanzlöcher vorzubereiten. Angesichts des schweren, lehm- und tonhaltigen Bodens erwies sich diese Hilfe als besonders wertvoll.

Mit vereinten Kräften wurden schließlich zahlreiche Sträucher und Bäume gesetzt – ein nachhaltiger Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt im Jagdrevier.


Weitere Schritte: Blühstreifen als zusätzlicher Lebensraum
Die Jagdpächter planen bereits die nächsten Maßnahmen: Zwischen den neu gepflanzten Obstbäumen sollen künftig Blühstreifen angelegt werden. Diese sollen über die gesamte Vegetationsperiode hinweg ein reiches Angebot an Nektar und Pollen bieten und damit insbesondere Wildbienen, Schmetterlingen und anderen Insekten zugutekommen.

Durch die Kombination aus Gehölzen, Obstbäumen und artenreichen Blühflächen entsteht ein vielfältig strukturiertes Biotop, das weit über die ursprüngliche Idee hinaus einen besonderen ökologischen Mehrwert bietet.
Ein Gewinn für Natur und Artenvielfalt
Das neu geschaffene Biotop soll künftig vor allem Bodenbrütern wie Rebhühnern und Fasanen Schutz und Nahrung bieten. Gleichzeitig profitieren Insekten, Kleinsäuger und viele weitere Tierarten von der naturnahen Gestaltung.

Die Aktion zeigt eindrucksvoll, wie durch Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Jagdpächtern wertvolle Lebensräume entstehen können.
Besonderer Dank gilt den Förderern. Die Obstbäume und Linden wurden durch die Bingo-Umweltstiftung gefördert. Die Hecke wurde durch das Hegebusch-Programm der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) unterstützt.
Text/Fotos: © 2026 Ronny Triebsch, Hegering Verden-Nord