VAZ – 14.03.2026 – „Maß ist schon lange voll“

Wolfsrisse in Kirchlinteln: Rat drängt per Resolution auf schnelles Handeln

Kirchlinteln/Bendingbostel – […] Dass sich am Donnerstag aber mehr als 70 Bürgerinnen und Bürger auf den Weg zum Tagungsort, der Lintler Geest-Schule, gemacht hatten, war einem anderen – kurzfristig
eingeschobenen – Thema geschuldet: der „Gefährdung der ökologisch bedeutsamen
Weidehaltung in unserer Gemeinde aufgrund stark zunehmender Wolfsangriffe“, wie es
auf der Tagesordnung hieß.
Unter dem Applaus des Publikums verabschiedete der Rat eine Fünf-Punkte-Resolution,
gerichtet an den Landkreis und das Land Niedersachsen, die vor allem eine Botschaft
enthält: Es muss sehr schnell etwas passieren.
„Sofort“ soll die Entnahme der Problemwölfe aus dem Rotenburger Rudel angeordnet
werden, die vermutlich auch für die jüngsten Schafrisse in Odeweg verantwortlich sind.
Aktiv sollen Kreis und Land „auf eine deutliche Reduzierung des zu hohen Wolfsbestandes
in unserer Region“ hinwirken. Möglichst unbürokratisch soll das neue Jagdrecht, in
das der Wolf aufgenommen ist, angewendet werden, sodass dessen Bestand noch in
diesem Jahr deutlich reduziert wird. Sofort solle mit der Aufstellung eines regionalen
Wolfsmanagementplans begonnen werden. Und auf Basis des Managementsplans des
Landes sollen Problemwölfe und -rudel bevorzugt und ganzjährig entnommen werden.
Chatarina Luttmann (CDU) und Dr. Dörte Liebetruth (SDPD) hatten die Entschließung
ausformuliert, die der Ratsvorsitzende Wilhelm Luttmann nach Beschluss am Freitagmorgen
an Landrat Peter Bohlmann und weitere Spitzen der Kreisverwaltung weiterleitete.
Denn der Druck aus der Bevölkerung ist groß, wie auch die vollen Zuschauerränge
am Donnerstagabend zeigten.
Das Leid der Schafe, die Fassungslosigkeit bei den betroffenen Besitzern, die Angst der
anderen, der Wolf könnte auch ihre Tiere reißen, die Ratlosigkeit, weil auch hohe Zäune
keinen Schutz mehr bieten, und der Ärger über schlampig arbeitende Behörden bei den
DNA-Nachweisen: In Summe ergab sich für die Kirchlintler Kommunalpolitiker daraus
der Auftrag zum Handeln. Obwohl der Gemeinderat „auf der Entscheidungsebene ganz
unten“ stehe, wie es Wilhelm Haase-Bruns formulierte. Doch die Äußerungen der Fraktionssprecher
machten deutlich, dass man in Kirchlinteln nicht gewillt ist, tatenlos zuzusehen.
Denn „das Maß ist schon lange voll“, so Chatarina Luttmann.
KATRIN PREUSS