Kirchlinteln – Und wieder traf es Schafe, zu mehr als einem Dutzend. Nur gut zehn Wochen nach der größeren Attacke bei Odeweg ist es erneut zu Wolfsrissen erheblichen Ausmaßes gekommen. Und das sogar kurz aufeinanderfolgend an zwei Standorten. In Odeweg traf es in der Nacht auf Sonntag mindestens 18 Schafe, in Brunsbrock deren drei. Das bestätigen Jäger und der zuständige Wolfsberater.
Die mächtige Schafherde in Odeweg war damit bereits zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit betroffen. Mehrere Wölfe sind übereinstimmenden ersten Einschätzungen zufolge in den frühen Morgenstunden über die Herde hergefallen. Sie überwanden die Zaunanlage und wüteten offenbar wahllos. Gleichzeiti entfachten sie Panik unter den angegriffenen Tieren, die anschließend in alle Himmelsrichtungen zerstoben. Noch bis weit in den Nachmittag dauerte die Suche nach den verschreckten Tieren aus der zuvor 80-köpfigen Herde. „Mindestens zehn fehlen noch“, hieß es am Sonntagmittag in einer ersten Einschätzung. Mit mehreren Treckern hatten sich auch Nachbarn der Suchaktion angeschlossen.
Unter den gerissenen Schafen befanden sich eine Reihe hochtragender Tiere. Mehrere wurden komplett aufgefressen, eines dazu in eine etwas entfernte Schonung gezogen. Zwei der Opfer kamen mit Verletzungen davon, sie wurden von einem Tierarzt behandelt. Gegen 7.20 Uhr löste eine Wildkamera gut anderthalb Kilometer vom Schafstandort aus. Auf dem Foto ist ein blutverschmierter Wolf zu sehen.
Um eine lediglich kleine Herde handelt es sich, die in Brunsbrock nahe eines Wohnhauses betroffen ist. Die Eigentümer hatten noch gegen sieben Uhr in der Frühe nach den Tieren gesehen und nichts Auffälliges festgestellt. Als sie am Vormittag erneut nachsahen, entdeckten sie die drei gerissenen Tiere. Ein weiteres weibliches Schaf hatte die Attacke überlebt, vielleicht nur deshalb, weil es in der Nacht gelammt hatte und dazu in einen Unterstand gewechselt war. Auch das Lamm überlebte.
HEINRICH KRACKE