VAZ 27.2.26: „Zum Schutz vor Nesträubern“

Jägerschaft setzt sich für die Stabilisierung des Stockentenbestands am Blender See ein

Mit dem Paddelboot ging es zum anderen Ufer des Blender Sees, um die Höhlen zu platzieren. © Albrecht

Blender – Seit dem Auftauchen der invasiven Arten Waschbär und Marderhund auf der Streckenliste des Landkreises Verden im Jahr 2005 ist die Stockentenstrecke nach Angaben der Jägerschaft um 66 Prozent eingebrochen.

Um diesen Trend nachhaltig zu stoppen, unterstützt die Kreisjägerschaft zwei Maßnahmen: zum einen das Prädationsmanagement durch Fallenkauf für die unterstützten Jagdreviere und zum anderen den Aufbau von Entenbrutkörben, die die brütenden Stockenten vor Fraßfeinden schützen und so den Bruterfolg verbessern können.

Dabei unterstützt auch die Bingo-Umweltstiftung, sodass für die Revierinhaber nur ein kleinerer finanzieller Betrag zu leisten bleibt. Segelke Niebuhr, Revierpächter in Blender und Einste, beobachtet den drastischen Rückgang der Stockentenpopulation als Anlieger am Blender See seit Jahren sehr genau. „Hier gab es früher zahlreiche Brutpaare“, hat er mit Jürgen Gefeke, der wie er zum Vorstand des Fischereivereins Blender See gehört, in den vergangenen Jahren beobachtet.

Weitere Indizien belegen: Die vielen Waschbärfänge und die Marderhundstrecke zeigen, dass es die Stockente am Blender See schwer hat, ihre Gelege erfolgreich großzuziehen. So haben sich Jagdkollegen, unterstützt von der Jagdgenossenschaft, ans Werk gemacht und fünf Entenbrutkörbe an der Ostseite des Blender Sees installiert.

Niebuhr erklärt, dass die Enten hier einen ruhigen, ungestörten Bereich am See vorfinden und die Nester zwei Meter entfernt vom Ufer über dem Wasserspiegel installiert wurden. „So können wir die Nesträuber wie Waschbären oder auch Füchse fernhalten“, weiß der erfahrene Jäger, dem die Ausrichtung der Bruthöhlen Richtung Südosten auch noch wichtig ist, um Sonne und
Windschutz zu gewährleisten. Niebuhr berichtet zudem: Nachdem der Blender See eisfrei gewesen sei, habe sich die Gruppe in mehreren Einsätzen an die Arbeit gemacht. Im März würden die Brutplätze von den ersten Enten beflogen. „So jedenfalls die Theorie“, erklären die Jäger aus Blender und Einste, die auf einen Erfolg der Vogelschutzmaßnahme am See hoffen.

Die Nisthöhlen sind aus Kunststoff, sind langlebig und können im nächsten Winter gut gereinigt werden. Mit zunehmenden Temperaturen entwickelt sich gerade für die Jungenten eine üppige Insektenwelt am See, so Niebuhr weiter. Er beschreibt die eigentlich prima Voraussetzungen an der Örtlichkeit und hofft entsprechend auf eine Ansiedlung und erfolgreiche Aufzucht der
Stockenten.

Erfolgreich war unterdessen im vergangenen Jahr das Aufhängen von zehn Nistkästen im Bereich Hiddestorf und Einste. „Wir haben sie vor ein paar Wochen gereinigt, in allen Kästen haben verschiedene Vögel genistet“, erzählt Arne Peters. Jetzt wurden noch zehn weitere Kästen aufgehängt. „Auch diese Aktion unterstützen wir von der Jagdgenossenschaft gerne finanziell“, sagte Vorsitzender Dirk von Salzen.
HEINER ALBRECHT