VAZ 31.3.2026: „Hunde an die Leine“

Jägerschaft weist auf die Brut- und Setzzeit ab 1. April hin

Während der Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit gilt die Anleinpflicht für Hunde. ® Bartz

Landkreis – Die Singvögel sind schon voll dabei, Stockente und Kaninchen starten im März, Reh und Fasan erst im Mai: Die Rede ist von der Brut- und Setzzeit. Nun verwandeln sich Wald, Feld und Flur in eine große Kinderstube. Wildtierkinder setzen auf Tarnung und Täuschung, um in der Natur zu überleben. Daher bittet die Jägerschaft des Landkreises Verden Spaziergänger, Hundebesitzer und alle anderen Naturnutzer jetzt in einer Mitteilung an die Presse um besondere Rücksicht.

Auch wenn sie hilflos aussehen: Einsame Wildtierkinder zu berühren oder gar mitzunehmen, ist falsch verstandene Tierliebe. Auch wenn Spaziergänger sie nicht sehen: Die Eltern wachen über ihren gut getarnten, nahezu geruchlosen Nachwuchs aus sicherer Entfernung. Häsinnen säugen ihre Jungen nur ein bis zweimal pro Tag. Und das ausschließlich in der Dunkelheit. So locken sie keine Fressfeinde an.

Menschlicher Geruch an Kitz und Küken kann dazu führen, dass Elterntiere den Nachwuchs verstoßen. „Beobachten Sie Wildtiere besser aus sicherer Distanz mit einem Fernglas, genießen Sie die Natur aktuell unbedingt von den Wegen aus“, empfiehlt Antje Dahlweg, Vorsitzende der Jägerschaft, allen Naturnutzern. „Das bedeutet weniger Stress für die Tiere und verhindert, versehentlich auf ein Nest zu treten.“

Hohes Gras, Schilf oder Dickicht sind ideale Verstecke für den abgelegten Nachwuchs von Wildschwein, Reh oder Feldhase. Hier gilt besondere Vorsicht für Hundebesitzer: Begegnen sie einem Wildschwein mit Nachwuchs, wird es für den besten Freund des Menschen schnell gefährlich. Muttertiere verteidigen ihren Nachwuchs vehement. Deshalb sollten Hunde beim Spaziergang im Einflussbereich des Menschen bleiben – vorzugsweise an der Leine. „Bei einer Begegnung machen sie sich bemerkbar, gehen sie langsam zurück und rennen sie auf keinen Fall weg“, rät Dahlweg. „Bei der Anleinpflicht geht es zuerst einmal nicht darum, dass Ihr vierbeiniges Familienmitglied den Jungtieren etwas Böses will“, so Dahlweg weiter. „Allein der Geruch, der zurückbleibt, wenn sich Bello oder Fee dem Platzhocker neugierig nähern, führt dazu, dass das Muttertier fernbleibt oder Fressfeinde das abgelegte Jungtier finden können.“

Wer den Tieren helfen möchte, kann Nisthilfen installieren. Im Landhandel und den Baumärkten gibt es laut Jägerschaft ein reichhaltiges Angebot. Vögel machen mehrere Bruten im Sommerhalbjahr, daher lohne es sich auf jeden Fall, einen Nistkasten aufzuhängen.

So verhalten Sie sich richtig:
Spaziergänger sollten Jungtiere nicht berühren oder mitnehmen. Sie sind nicht verlassen – ihre Elterntiere befinden sich in der Nähe. Menschlicher Geruch kann sie zu Waisen machen. Wer mit seinem Vierbeiner unterwegs ist, sollte diesen an die Leine nehmen: Neugierige Hunde können Jungtiere aufschrecken und verletzen. Treffen sie auf Wildschweine oder Wölfe mit Nachwuchs, können diese den Hund angreifen. Das kann schnell zu schweren Verletzungen führen. Auf den Wegen bleiben: Wer querfeldein läuft oder fährt, kann die gut getarnten Jungtiere und Gelege übersehen und beschädigen.

Text: VAZ