VAZ 7.7.2026: „Freude über erfolgreiche Rettung“

Anwohnerin Olga Krüger, die das Jungtier aufgefunden hatte, Falkner Gustav Hormann und der designierte Kreisjägermeister Stefan Schwarz im Steiger freuen sich über die erfolgreiche Greifvogelrettung. ©Albrecht

Intschede – Höchstwahrscheinlich durch Windböen bei einem Unwetter ist ein Rotmilan-Junges aus seinem Horst in Intschede gefallen. Anwohnerin Olga Krüger war auf den schon abgemagerten Jungvogel, der auf einem Wirtschaftsweg saß, aufmerksam geworden und informierte die örtliche Jägerschaft.

Sie stieß auf den erfahrenen Falkner Gustav Hormann aus Uchte, der den Jungvogel einige Tage lang aufpäppelte. Weil sich noch ein zweites Jungtier im Horst befand, bestellte der designierte Kreisjägermeister Stefan Schwarz ein Steigerfahrzeug und der Jungvogel wurde in den Horst zurückgesetzt.

Kurz darauf hob der Jungvogel zum ersten Gleitflug ab. Es war ein ergreifender Moment für die beteiligten Retter, zu sehen, wie dieser elegante Vogel seine ersten Kreise um sein „Elternhaus“, eine große Pappel in Intschede, zog. Wie die Intscheder Revierinhaber inzwischen berichten, ist auch das zweite Rotmilan-Jungtier ausgeflogen und mit Nestgeschwistern und Eltern bereits mehrmals gesichtet worden.

Eine zur Kontrolle angelegte Futterstelle hat die Greifvogelfamilie, deren in Europa heimische Art gut erkennbar ist an ihrem charakteristischen gegabelten Schwanz sowie den markanten weißen Flügelfeldern, angeflogen. „Mehr können und wollen wir jetzt nicht tun“, sagte Rolf Strüßmann von den Jägern in Intschede über die erfolgreiche Rettungsaktion für das verunfallte Greifvogel-Jungtier.

Falkner Gustav Hormann jedenfalls ist sich sicher, dass der Rotmilan ohne das Eingreifen von Olga Krüger und der Jägerschaft den Unwetterunfall nicht überlebt hätte: „Er war beim Auffinden noch nicht flugfähig“, erklärt Hormann. Doch jetzt ist alles gut. Ein Dank der Vogelretter ging an die Firma AWT aus Verden, die den Steiger für diese Aktion kostenlos zur Verfügung gestellt hatte.

Charakteristisch für den mittelgroßen Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen sind neben seinem akrobatischen Flugstil sein rostrotes Gefieder mit der markanten schwarz-weißen Flügelzeichnung und der tief gegabelte Schwanz. „Durch die Schwanzform wird er im Volksmund oft Gabelweihe genannt“, erklärt Ralf Radeke, der Leiter des Hegeringes Wesermarsch, der sich schon auf viele Beobachtungen der einst bundesweit stark gefährdeten Greifvögel freut: „Und vielleicht ist unser Jungvogel aus Intschede ja auch dabei.“

HEINER ALBRECHT

Quellenangabe: Verdener Aller-Zeitung vom 07.07.2026, Seite 12