VAZ 29.9.2026: „Rein in den Wald“

An den verschiedenen Stationen lernen die Schüler der Paulsbergschule den Wald genauer kennen ©Carola Marschhausen

Achim – Das Jagdhorn gibt das Startsignal. Die Waldjugendspiele können losgehen. Auch für die Grundschüler der Paulsbergschule in Achim ging es am Donnerstag in den Verdener Stadtwald, um an zahlreichen Stationen ihr Wissen rund um den Wald unter Beweis zu stellen. Schon beim ersten Zwischenhalt zeigen die Kinder dabei vollen Einsatz und raten ordentlich mit, wenn es darum geht, verschiedene Wildtiere richtig zu benennen. „Es ist mir nicht so wichtig, auf den ersten Platz zu kommen“, erklärt Grundschülerin Hanna im Vorfeld. Für sie stehe eindeutig der Spaß im Vordergrund.

Diese Ansicht teilt auch Lars Glander, der seit 2006 fester Bestandteil des Teams der Verdener Jägerschaft ist und die Waldjugendspiele als Obmann für Öffentlichkeitsarbeit mitorganisiert. Sein persönliches Höhepunkt sei es, jedes Jahr in Dutzende fröhliche Gesichter blicken zu können. Eine besondere Bedeutung nehme dabei die Siegerehrung am Ende jeden Tages ein. Hier sei es besonders schön, beobachten zu können, wie sich alle Teilnehmer füreinander freuen. „Das ist das, was uns hertreibt“, erklärt Glander.

An der zweiten Station versammeln sich die Achimer Grundschulkinder nun um ein kleines Glas. Nacheinander darf jeder durch eine Lupe ganz genau hineinsehen. Schnell ermitteln sie den Inhalt: es handelt sich um eine Zecke. Die Schüler können hier mit beeindruckendem Vorwissen glänzen und fast alle Fragen des Stationsleiters richtig beantworten. Diese Leistung bringt ihnen einige Punkte für ihr Team der Grundschule am Paulsberg ein, die mit insgesamt drei Klassen angereist ist.

Die Teilnahme an den Waldjugendspielen soll den Kindern jedoch nicht nur einen spaßigen und fairen Wettkampf bieten. Sie erfüllt nebenbei auch eine andere wichtige Aufgabe: „Nur was man nutzt, schützt man“, betont Lars Glander. Die Erhaltung des Waldes sei ein wichtiges Anliegen, das an die nächste Generation auf diese Weise spielerisch herangetragen werden könne. Dazu passend geben viele der Schüler an, sich auch in ihrer Freizeit gern im Wald aufzuhalten.

An einer weiteren Station wird klar, wie die Vermittlung von Wissen und ein spielerischer Umgang mit dem Thema Wald vereint werden können: die Kinder dürfen Nägel in ein Holzbrett hämmern. Dazu treten Hanna und Gabriel an, die sich wacker schlagen und unter Jubelrufen ihrer Klassenkameraden jeweils zwei Punkte ergattern können. Mit der richtigen Antwort auf eine Frage zum verwendeten Holz sichert Maxi dem Team der Paulsbergschule dann spontan noch vier weitere Punkte. Auch beim nächsten Zwischenstopp können die Kinder ihr Wissen gezielt einsetzen, wenn es darum geht, Pilzarten und ihre Funktion zu erkennen. „Es gibt zum Beispiel heilende Pilze“, weiß Gabriel und zeigt damit, dass er sich mit dem Thema bestens auskennt.

Um den Schülern solche Momente zu ermöglichen, braucht es tatkräftige Unterstützung. Gerade ein Jahr wie dieses, in dem mit 1600 teilnehmenden Kindern ein neuer Rekord aufgestellt werden konnte, erfordert viele helfende Hände. So zeigt sich Glander nicht nur beeindruckt vom Einsatz der circa 140 ehrenamtlichen Helfer, sondern auch vom Angebot der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, die interessierten Schulen die Anreise per Bus finanzierte.

Nach einem erfolgreichen Start in den Tag beschreibt Hanna, die Station mit den Pilzen am spannendsten gefunden zu haben. „Über den Zunderpilz wusste ich vorher noch nichts“, erklärt sie und freut sich über ihr neu erlerntes Wissen auf dem Gebiet. Letztendlich kann eine der teilnehmenden Klassen der Grundschule am Paulsberg sich sogar über einen dritten Platz freuen. Damit endet für die Kinder ein erlebnisreicher Tag voller Spaß und Teamgeist, der ihnen den Wald vielleicht noch ein kleines Stückchen näherbringen konnte.

CAROLA MARSCHHAUSEN

Quellenangabe: Verdener Aller-Zeitung vom 29.09.2026, Seite 16