VGP 2026 erfolgreich durchgeführt

Teilnehmer VGP 2026 (M.Demuth)

Das zweite Wochenende im Oktober war für die Meisterprüfung reserviert. 2023 wurde das letzte Mal eine VGP durchgeführt. Umso großer war die Freude, dass sich 3 Gespanne für diese anspruchsvolle Prüfung vorbereiteten.  Am letzten gemeinsamen Übungstag wurde noch von vielen Zweifeln und Unsicherheiten gesprochen und dass es vielleicht besser wäre, auf die Teilnahme an der Meisterprüfung doch noch zu verzichten. Am Ende des Übungstages sprachen sich die drei Hundeführerinnen noch ordentlich Mut zu, denn die Hunde waren alle sehr gut vorbereitet. Kneifen gibt es nicht und sie wollten den Lohn für die viele Mühe, die in die Ausbildung der Vierläufer investiert wurde, auch erhalten.

So traten am 10.10. ein Gordon Setter, ein Deutsch Kurzhaar und ein Böhmischer Rauhbart und deren Führerinnen zur VGP an.

Erstmals durfte der Verein das Revier von Udo Faulstich für eine Prüfung nutzen, da durch den Generationswechsel in den Landesforsten Veränderungen anstanden, die im Vorfeld noch nicht 100%ig abgeklärt werden konnten.

Somit standen uns das Revier Ueserdicken von Udo Faulstich für die Waldfächer, das Revier Morsum von Wohler Stöckmann für die Feldfächer und das Revier Etelsen von Frank Dunker für den Wasserkomplex zur Verfügung. Waidmannsdank an die Revierinhaber!

Die VGP wurde mit der Arbeit auf der Rotfährte gestartet. Die Gordon Setter Hündin wurde als reine Riemenarbeiterin gemeldet und die beiden anderen Hunde mussten am Ende der Riemenarbeit noch mit Bringselverweisen deren Führerinnen zum Stück führen.

Ilvy, die Setter Hündin, zeigte eine sehr ruhige und konzentrierte Arbeit auf der Schweißfährte. Sie ließ sich auch nicht von einem Hasen auf der Fährte von ihrem Auftrag ablenken und brachte ihre Hundeführerin sicher zum Stück.  Für diese Leistung erhielt sie zurecht ein sehr gut = 4 Pkt.

Die beiden anderen Hunde waren nicht so ruhig und konzentriert und hatte mit den Verleitungen zu kämpfen. Diese Arbeiten wurden mit gut= 3 Pkt bewertet. Zazu, die DK Hündin meisterte das Bringselverweisen souverän und erhielt ein sg = 4 Pkt.

Oleg, der CF Rüde, benötigte beim letzten Mal schicken „Zum Bock“ (wir waren schon fast am Stück) verbale Unterstützung von der Führerin, was zur Minderung des Prädikates führte und ein gut = 3 Pkt. ins Richterbuch eingetragen wurde.

Am ersten Tag wurden die Waldfächer abgearbeitet. Die Hunde waren sehr gut vorbereitet und es machte Spaß, jedes Fach erfolgreich abzuarbeiten und das Damentrio freute sich gemeinsam über die Leistungen der Hunde.

An diesem Tag wurde mir ganz besonders bewusst, wie dicht Suchenglück und Suchenpech beieinander liegen.

Fach Fuchsschleppe war dran. Als der RO dann sagte, dass wir mit Fuchsschleppen in dem Bereich, wo die letzte Kaninchenschleppe gezogen wurde, weiter machen, beschlich mich ein sehr mulmiges Gefühl. Linda hatte uns nach der Kaninchenschleppe mitgeteilt, dass sie Rehwild gesehen hatte, wie es in dem Bestand nach links weiterzog. Ich hätte nie im Traum gedacht, dass mein Tscheche mir den Fuchs nicht bringen würde, denn es gab nie Probleme im Fuchsapport. Die Bringtreuprüfung wurde im Frühjahr erfolgreich als schnellster Hund  absolviert. Ich habe schon viele Hunde auf unterschiedlichen Prüfungen geführt, aber noch nie! Wild auf der zu arbeitenden Schleppe gehabt.  Es gibt für alles ein erstes Mal! Dieses erste Mal gab es ausgerechnet auf der VGP….Rehwild wurde uns zum Verhängnis. Oleg brachte das Rehwild mit schönstem Laut durch den Wald und war dann nicht mehr zu bewegen, den Fuchs zu bringen. Somit waren mit einem Schlag 28 Pkt weg. Ein schlechter Tausch…. einen Lautnachweis erhalten und Fuchsschleppe und Bringen von Fuchs auf Schleppe jeweils 0 Punkte.

Da Oleg Fuchs über Hindernis sehr gut abgearbeitet hatte, waren wir noch im Rennen, aber schon in den III. Preis abgerutscht. Nach der „Klatsche“ auf der Fuchsschleppe musste ich an einen Spruch von Dr. Jürgen Tröger denken. Er gab während einer Prüfung mir als Erstlingsführerin den Tipp mit auf den Weg: “ Ramona merke dir für jede Prüfung. Die Fächer, wo du dir 100%ig sicher bist, dass dein Hund diese sehr gut meistert, da passieren die Fehler. Die Fächer, wo du denkst, dass es Wackelfächer sind, die laufen meistens sehr gut.“ Oh wie wahr dieser Tipp ist, der von so einem erfahrenen Hundeführer wie Dr. Tröger es war stammt, wurde mir bei dieser Prüfung aufgezeigt.

Die beiden anderen Hunde meisterten den Fuchsapport ohne Probleme. Die weiteren Fächer im Wald verliefen ohne Zwischenfälle und zur vollsten Zufriedenheit der Hundeführerinnen.

Nach den Waldfächern fuhren wir ans  Gewässer nach Etelsen.  Dort erwartete uns eine schneeweiße Überraschung. Ein Schwanenpaar hatte es sich an der Stelle gemütlich gemacht, an der das Fach „Stöbern ohne Ente“ geprüft werden sollte. Was nun? Schwäne sollen ja nicht ungefährlich sein für Hunde. Schnabelhiebe und Flügelschläge sollen sehr schmerzhaft sein.

Da der „Alte Aller Arm“ sehr weitläufig ist, entschieden die Richter, das Fach an einer anderen Stelle zu prüfen.  Eine gute Entscheidung, denn wir wollten keinen Schwan Hund Kampf erleben.

Da Oleg als erster Hund die Wasserarbeit begann, machte ich mir dennoch Sorgen, dass der Rüde beim Stöbern an die Schwäne kommen könnte. Oleg nahm sofort das Wasser an und schwamm in den gegenüber liegenden Schilfgürtel und stöberte diesen gründlich in die der Schwäne abgewandten Richtung durch. Nach einer ganzen Weile hörte man, dass der Rüde wieder zurück kam und den Schilfgürtel in der Schwäne zugewandten Richtung durchstöberte. Das Gewässer konnte nicht bis zum Ende eingesehen werden. Es ertönten für mich noch nie gehörte Geräusche und der Revierführer sagte, dass es Laute von den Schwänen sind. Es setzte der Laut des Hundes ein und danach hörten wir Wasser platschen und die Flügelschläge der Schwäne. Die weißen Vögel verließen das Gewässer.  Oleg ließ sich abrufen und er setzte die Stöberarbeit im Schilfgürtel fort. Schussfestigkeit und Verlorensuche der toten Ente im Schilf stellten für den Hund keine Schwierigkeit dar und der Wasserkomplex konnte mit sehr guten Ergebnissen abgeschlossen werden..

Die beiden Hündinnen konnten die Wasserarbeit ebenfalls mit sehr guten Ergebnissen abschließen. Somit war der erste Prüfungstag überstanden. Auf ein Neues am nächsten Tag im Feld.

Das Feldrevier in Morsum hatte viel Zwischenfrucht und Rüben als Suchengelände zu bieten. Es standen auch noch einige Flächen mit Mais, was die Suche nach Federwild erschweren könnte.

Beim zweiten Suchengang in einem großen Rübenschlag hatte ich das Suchenglück auf meiner Seite. Mein Rüde konnte bei diesem Suchengang alles zeigen, was die Richter sehen wollten, zwecks Bestätigung oder weil noch nicht geprüft. Suche, Vorstehen, Manieren und Nachziehen am Wild, Benehmen vor eräugtem Federwild und Schussruhe und auch Benehmen vor eräugtem Haarnutzwild und Schussruhe waren wirklich tadellos, der Rüde machte einfach Freude. Oleg wollte wahrscheinlich die Scharte mit den 0 Punkten auf der Fuchsschleppe wieder gut machen.

Monika mit ihrer Ilvy zeigte den Richtern ebenfalls, wie die Arbeit des Hundes im Feld auszusehen hatte…..Suche, eindrucksvolles Vorstehen, Hundeführerin geht langsam zum Hund, Hundeführerin tritt den Hasen aus der Sasse, Hund bleibt am Platz, Schuss bricht und Hund immer noch am Platz und das alles ohne Kommandos. Besser geht es eben nicht. In mehreren Suchengängen zeigte die Hündin immer den gleichen Ablauf, egal ob an Hase oder Rehwild, denn Federwild war einfach nicht zu finden. Bei der HZP zeigte die Hündin schon hervorragende Feldmanieren (Vorstehen 11 Punkte), die sie hier zur Meisterprüfung bestätigte. Die Richter gönnten der Hündin nach mehreren Suchengängen erst mal eine Pause.

Nun musste Linda und ihre Zazu zeigen, was ein Deutsch Kurzhaar so im Feld kann. Leider konnten wir Hundeführer die Arbeit nur aus der Ferne beobachten, denn die Richter und das Gespann setzten um. Wir sahen nur einen schwarzen Punkt (Schwarzschimmel), der wie auf einer Perlenschnur vor der Hundeführerin im gleichmäßigen Tempo quersuchte. Der Richterobmann  gab uns dann die Darstellung und Arbeitsweise der Hündin kund. Zazu zeigte ein flotte, planmäßige, von Finderwillen geprägte Suche, die keine Wünsche offen ließ. Die Hündin wendete immer auf beiden Seiten in den Wind. Sie zeigte mehrmals frische Geläufe und Sassen an. Mehrmals sehr gute Vorstehbilder und auch Zazu bestätigte die sehr guten Feldmanieren von der Solms (wo sie eine 4h im Vorstehen erhielt). Die Richter belohnten die gezeigten Arbeiten der Deutsch Kurzhaar Hündin mit einer 4h in der Suche und einer 4h im Nasengebrauch.

Alle drei Hunde konnten im Prüfungskomplex Feld und Wasser volle Punktzahl erreichen. Eine tolle Leistung!

Die Richter bestätigten uns Hundeführerinnen, dass wir sehr gut abgeführte Hunde zur VGP vorgestellt hatten. Sie hatten große Freude daran, die drei unterschiedlichen Rassen bei der Arbeit zu sehen und zu beurteilen.

Suchensiegerin der VGP 2026 wurde Monika Lüers mit der GS Hündin Hubertus Noble Ilvy  325 Pkt im I.Preis

Das Siegergespann VGP 2026 (R.Wehe)

Waidmannsheil an die Hundeführerinnen zur bestandenen VGP!

Waidmannsdank an die Revierinhaber für die Bereitstellung der Reviere!

Waidmannsdank an die Richter für die Übernahme des Richteramtes.

Waidmannsdank an das Team vom „Wätje´s Klönschnack“ für die Bereitstellung ihrer Örtlichkeit als Suchenlokal, für das tolle Ambiente, leckere Essen und sehr nette Bedienung!