Blender – Der Hegering Wesermarsch hat in den Sommerferien unter dem Motto „Mit den Jägerinnen und Jägern ins Revier“ zwei ausgebuchte Ferienaktionen für Kinder durchgeführt. Die erste Aktion fand zu Beginn der Ferien statt, die zweite kurz vor dem Schulbeginn.
Mehr als 30 Jungen und Mädchen nahmen jeweils an den Nachmittagen teil, die Hegeringleiter Ralf Radeke und ein Team um Organisator Andreas Meyer vorbereitet hatten. In Fünfergruppen aufgeteilt, durchliefen die Kinder insgesamt sechs Stationen rund um Jagd, Natur- und Artenschutz. Dabei ist der Ablauf schon über Jahre fast immer gleich, und trotzdem sind unsere Ferienaktionen immer zweimal ausgebucht“, sagte Radeke, der am Stand zur Rehkitzrettung als Drohnenpilot die Funktionsweise moderner Suchtechnik erläuterte. Er zeigte den Kindern, wie Drohnenteams im späten Frühjahr bis in den Sommer hinein frühmorgens Rehkitze aufspüren, um sie vor dem Mähtod zu bewahren. War die Demonstration einer Suche abgeschlossen und die Drohne zu ihrem Startplatz zurückgekehrt, gab es von Stationsbetreuer Harald Weihner einen Stempel auf den Laufzettel – dann ging es weiter zur nächsten Station.
An einem weiteren Stand präsentierten Angela und Jürgen von der Bläsergruppe Allerort verschiedene Jagdhörner, die die Kinder in die Hand nehmen und ausprobieren durften. „Die Signale werden heute noch genauso eingesetzt wie früher. Damals hatte man kein Handy, und so wusste jeder: Die Jagd ist zu Ende“, erläuterten die beiden und demonstrierten verschiedene Klangbeispiele und ihre Bedeutung. Besonders spektakulär wirkten auf die Kinder die Vorführungen der Jagdhunde: Von einer Brücke aus verfolgten sie, wie die Hunde Cliff und Carl ohne Scheu in die Landwehr sprangen, um einen Jagd-Dummy zu apportieren und zu ihren Führern zurückzubringen. Gebrauchshundeausbilder Peter Münch legte dazu im angrenzenden Unterholz fiktive Fährten, denen die Tiere konzentriert folgten, bis sie das Apportierstück gefunden hatten.
Viele Jahre lang war die Ferienaktion am Holtumer Schießstand und im Jerusalemer Forst beheimatet. Umbauarbeiten an der Schützenhalle machten nun einen Umzug auf das Gelände der „Schleusenteufel“ in Gahlstorf nötig. Dennoch war auch die Schützenjugend vertreten: Schützenjugendleiterin Regine betreute einen Stand mit einer Übungs-Armbrust, an der die Kinder ihr Zielvermögen testen konnten. Als Höhepunkt der Aktion erwies sich für viele Kinder der Bau von Vogelkästen. Aus einem vorbereiteten Baukastensystem schraubte sich jedes Kind ein eigenes Vogelhaus zusammen und gestaltete es anschließend nach eigenen Vorstellungen farbenfroh. Mit Hornsignalen wurden die Teilnehmenden schließlich zum Grillstand gerufen, wo eine Stärkung mit Grillwurst auf sie wartete.
Zum Abschluss bedankte sich Hegeringleiter Radeke bei den Mitgliedern der „Schleusenteufel“ für die Bereitstellung des Platzes und überreichte als Dank ein Vogelhaus, das künftig einen Platz mitten in der Natur von Blender-Gahlstorf finden soll. Die Ferienaktionen begeisterten die Kinder nicht nur mit abwechslungsreichen Erlebnissen, sondern vermittelten ihnen zugleich viel Wissenswertes über Wildtiere, ihre Lebensräume und die Bedeutung eines verantwortungsvollen Naturschutzes.
HEINER ALBRECHT