VAZ 16.10.26: „Jugendfeuerwehr baut Sandarium“

Wildbienen finden auf der Streuobstwiese neue Nistplätze

Einen Platz für Wildbienen haben die Mitglieder der Jugendfeuerwehr gebaut. ©Ortsrat Dauelsen- Eissel

Verden-Dauelsen – Bei bestem Herbstwetter haben die Jugendfeuerwehr Dauelsen, Imker Heinrich Kersten, Pascal Gülich von der Stadt Verden und der Ortsrat Dauelsen-Eissel das lang geplante Projekt Sandarium auf der Streuobstwiese in Dauelsen verwirklicht.

Zuvor war eine geeignete Fläche für den Nistplatz und Lebensraum für erdbewohnende Insekten ausgewählt worden, bei der die Lage zur Sonne und zum Wetter berücksichtigt werden musste, schreiben die Verantwortlichen des Projektes in einer Pressemitteilung. Die Helfer steckten eine Fläche von sechs mal sechs Metern und darin eine Innenfläche von vier mal vier Metern ab. Der Betriebshof schachtete die Innenfläche 50 bis 60 Zentimeter tief aus und entfernte auf der Außenfläche die Grasnarbe. Der Aushub wurde zu einem Erdwall aufgeschüttet. Für den Frühling ist dort eine Bepflanzung oder die Aussaat einer Blühsaatmischung geplant.

Für ein Sandarium wird besonderer Sand benötigt, damit die Nisthöhlen der Wildbienen nicht einstürzen. Ob er geeignet ist, zeigt die sogenannte Joghurtbecherprobe: Der ausdem Becher gestürzte Sandturm muss stehen bleiben. Fündig wurde die Projektgruppe bei Oehlrich Handel & Service. Das Unternehmen stellte die benötigten acht Kubikmeter Sand samt Transport unentgeltlich zur Verfügung. Jan Damann, neues Mitglied des Ortsrates, verteilte den Sand noch am Tag der Lieferung mit einem Radlader. Schon im Vorfeld hatten damit viele Hände geholfen. Alle Helfer und Unterstützer waren sich einig, dass Naturschutz und vor allem Bienen, Wildbienen und andere Insekten lebenswichtig sind und zu einem funktionierenden Ökosystem beitragen.

Nach diesen Vorbereitungen kam die Jugendfeuerwehr mit ihren Betreuern, Harken und Schaufeln zur Streuobstwiese. Dort warteten bereits Mitglieder des Ortsrates Dauelsen-Eissel, die das Projekt angestoßen hatten, sowie Heinrich Kersten und Pascal Gülich. Beide brachten wertvolle Tipps und Sachverstand ein.

Die Jugendlichen waren mit Feuereifer dabei: Sie planierten den Sand ein, gruben Löcher für die Infotafeln, richteten deren Pfosten mit der Wasserwaage aus und fixierten sie. Anschließend füllten sie Fertigbeton ein, damit die Tafeln dauerhaft standfest bleiben. Schweißtreibend wurde es noch einmal, als zwei große Baumwurzeln an die richtige Stelle „gerollt“ werden mussten. Mit einer gut überlegten Strategie gelang auch das. Nach einem herzhaften Picknick auf der Streuobstwiese gingen die Jugendlichen mit neuer Kraft ans Werk und schlossen das Sandarium vor dem großen Regen am Nachmittag ab. Zum Dank erhielt jeder Teilnehmer ein kleines Glas Honig.

Die Anlage kann und muss noch viele Jahre begleitet werden, denn je nach Jahreszeit sollte dort immer wieder nach dem Rechten gesehen werden. Interessierte sind eingeladen, sich bei einem Herbstspaziergang selbst ein Bild von dem Projekt zu machen. Informationen stehen auf den Tafeln vor Ort. Weitere Auskünfte gibt der Ortsrat Dauelsen-Eissel.