Daverden – Schon früh um 7 Uhr auf die Pirsch gehen? Das ist für Jäger wie Jörn und Max Gerwinat kein Problem, auch nicht für Kilian Wächter. Aber für Schulkinder und dann noch in den Ferien? Und ob die Kinder mit den beiden engagierten Jägern einen Waldspaziergang machen wollten. 15 Mädchen und Jungen waren angemeldet, doch von der Warteliste kamen noch drei weitere Kinder hinzu. Es ist eben seit Jahren ein beliebter Ferienspaß.
35 Jahre hatte der pensionierte Lehrer und engagierte Jäger Gerhard Schmakeit diese Veranstaltung angeboten, immer war sie ausgebucht. Doch im vergangenen Jahr ging er auf seinen letzten „Waldspaziergang mit dem Jäger“. Dabei hatte er sich schon Jörn Gerwinat mit ins Boot geholt. Der war Feuer und Flamme und organisierte mit Sohn Max und Tochter Lena gleich Unterstützung. Und dann war jetzt auch noch Kilian Wächter dabei. Der Holzfachmann ist Vorsitzender des Schützenvereins Daverden, auf dessen Schützenplatz sich alle früh am Morgen trafen.
Pünktlich um 7 Uhr zogen sie los. Mit von der Partie war Erta von der Reiterstadt, ein Deutsch Drahthaar, der das Jagdleben kennt. „Der zeigte uns, was er kann“, sagte Kilian Wächter. Er ist auch Mitglied der Landjugend Daverden und er erklärte den Waldlehrpfad.
Unterwegs gab es so einiges zu sehen und hinterher davon zu berichten. Da war zum Beispiel der Schwarm Gänse, der gleich zu Beginn über die Alte Aller zog. So staunten die Kinder über die Fegestellen der Rehböcke. Das sind Plätze, an denen die Tiere ihre Hörner schubbern. Die Ferienwaldläufer konnten sogar abgestoßene Gehörne mitnehmen und entdeckten Fährten und Spuren heimischer Wildtiere und beobachteten gespannt die Apportierarbeit des Jagdhundes.
Wieder zurück auf dem Schützenplatz stand dort das große Infomobil der Jägerschaft Verden. Hier konnten die Kinder noch mehr heimische Wildarten kennenlernen. Auch gebietsfremde Tierarten wie Waschbär, Nutria und Nilgans wurden vorgestellt.
Zum Abschluss baute jedes Kind einen Nistkasten, dessen Bausatz von der JVA Herford kam. Als Holzfachmann half ihnen Kilian Wächter dabei. So konnte jeder stolz einen Nistkasten mit nach Hause nehmen. Auf dem Schützenplatz standen auch einige Fühlboxen. „Da können die Kinder hineinfassen und raten, was sie denn so erfühlen können“, erklärte Max Gerwinat. Spiel und Spaß sowie Wildbratwürste rundeten den Vormittag ab. „Die sind vom Keiler aus der Marsch“, erklärte Jörn Gerwinat und fügte an: „Es ist beeindruckend, zu erleben, mit welcher Neugier die Kinder den Wald entdecken. Wenn sie verstehen, wie eng Jagd, Hege und Naturschutz miteinander verbunden sind, haben wir das Ziel dieses Waldspaziergangs erreicht.“
WHU