Was sind Wildfluchtkorridore?
Fluchtkorridore bieten dem Wild bei jeder Jahres-/ Tageszeit die Möglichkeit geordnet und in Ruhe von einem Standort zum anderen zu ziehen. Bei Hochwasserlage sind sie sogar lebensnotwendig, denn ohne sie droht der Tod durch Ertrinken.
Diese Korridore ermöglichen weiterhin die Lenkung der Wildtiere über Gefahrenzonen hinweg, wie z.B. Straßen und bieten die Möglichkeit zur Installation von Warnhinweisen/-Systemen zur Warnung anderer Verkehrsteilnehmer.
Selbstverständlich sind Fluchtkorridore oder Wildwegepläne unabdingbar für Genaustausch über alle Grenzen hinweg.
Sehen Sie hierzu die Ausführungen einer Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt zu Ihrer Information: Generalwildwegeplan
Unsere Aufgabe ist es, allen Arten – vom Wirbellosen bis zum Großsäuger – Chancen als Individuum oder in einer Generationenfolge für eine Ausbreitung, Wiederbesiedlung oder aber Anpassungen an den sich stetig verkleinernden Lebensraum zu bieten. Das gilt im großen Rahmen z.B. für Wildbrücken über Autobahnen wie hier in Achim an den Deichen im Kleinen.
Warum Wildfluchtkorridore?
Wir Menschen sehen es nicht wirklich – und doch: Wildtiere wandern. Oder genauer gesagt: Sie migrieren, und das ganz schön weit. Das war schon immer so. Wobei die Gründe vielfältig sind: Das kann mit der Futtersituation zu tun haben, mit den Temperaturen, mit Lärm und anderen menschlichen Aktivitäten. „Grundsätzlich migrieren Wildtiere ganzjährig“, sagt Alfred Frey-Roos, Professor am Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft an der Universität für Bodenkultur Wien.
Was bedeutet „Landschaftszerschneidung“?
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Situation verändert: Fest steht, dass viele Wildtiere nicht mehr so migrieren können, wie das über Jahrhunderte der Fall war.
Warum? Weil viel Natur verbaut wurde. Mit Bundesstraßen, Autobahnen, Zugstrecken, Industriekomplexen, Häusern und so weiter. In der Fachsprache nennt man so etwas treffend „Landschaftszerschneidung“.
Die Landschaftszerschneidung ist Verbunden mit einer immer intensiver genutzten Verkehrsinfrastruktur und resultiert in steigenden Wildunfällen.
Warum Wildfluchtkorridore am Deich in Achim?
Fluchtwege oder Korridore sind angestammte Fluchtwege des Wildes.
Rehe sind Gewohnheitstiere und relativ Standorttreu. Wenn aus allen Richtungen Gefahr droht, dann verliert das Rehwild Vertrauen in die bekannten Fluchtwege (Wildwechsel). Sie müssen also die Fluchtwege als vertrauenswert erlernen!
Das Wild findet keine Ruhe.
Die Vielzahl von Spaziergängern, Hunden, Radfahrern, Freizeitsportlern etc. verlangt immer häufiger die Flucht.
Jede Flucht bedeutet einen erhöhten Kalorienbedarf.
Je höher der Kalorienbedarf desto mehr sind sie gezwungen nach Futter zu suchen = höhere Verbiss Schäden an Anpflanzungen.
Je größer die Ruhe = je gesünder die Tiere!